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"Weihnachtet es sehr?"

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Ich sehe doppelt. Etwas ratlos betrachte ich mein zweifaches Spiegelbild vor mir. „Du musst dich umdrehen!“ Ach ja, klar. In Deutschland mache ich beim Friseur nichts selbst, nicht mal das „Spiegel Halten“ um mich von hinten zu sehen. Tja, auch das war ein Besuch voller Überraschungen. Ich brauchte Farbe, dringend. Aufs Haar. In Deutschland im Allgemeinen als „Strähnchen“ bezeichnet, versehen mit einer Riesenauswahl an Varianten: Dunkelblond, aschblond, rotblond, goldblond, mittelblond...der erste Besuch bei einem neuen Friseur beginnt dort erst einmal mit 20 Minuten Farbe aussuchen aus einem reichhaltigen Aufgebot an schweren Ordnern voller Farbmuster. Deshalb bin ich heilfroh, wenn die richtige Strähne endlich gefunden ist und fein säuberlich in meiner Kartei vermerkt. „Aufgelistet“ quasi, wie beruhigend. Es kam also auch hier der Tag, an dem eine frische Kolorierung meiner Haarpracht unvermeidlich war. So machte ich mich auf, einen adäquaten Friseur zu finden und st...

"Tanz der Teufel"

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Schnatterschnatter. Es ist heiß und stickig, mal wieder. Und laut. ABER ich schlaues Mäuschen habe ja dazu gelernt und fächle und lächle. Dass mein uralter Fächer nach 30 Jahren tatsächlich mal zum Einsatz kommt, hatte ich wirklich nicht erwartet! Ich drehe ihn allerdings lieber auf „links“, das Motiv vom kitschigen Sonnenuntergang mit zwei sich küssenden Schatten davor muss ja nicht jeder sehen. Mein Mann und ich sitzen im Klassenzimmer unserer Tochter mittig hinten an der Wand und lassen die Szenerie mal wieder staunend auf uns wirken. Alles fächelt sich Luft zu, denn Klimaanlagen sind hier nicht wirklich populär, zumindest nicht bei den Spaniern. Alles quatscht wie immer wild durcheinander, es ist brechend voll, aber immer noch strömen Papas, Mamas, Omas, Kinder, Geschwister, Lehrer und alle, die sonst nix zu tun haben in den kleinen Saal. Vorne vor der Tafel ist bereits der obligatorische Beamer mit Leinwand aufgebaut und die erste Folie beginnt in Katalan. Super...

"Das schönste Herz"

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Im letzten Monat hatten wir Besuch, viel sogar. Vergangene Woche vielleicht etwas viel auf einmal, denn wir konnten wahrscheinlich nicht allen gerecht werden, die zu uns auf die Insel geflogen kamen, den Weg auf sich nahmen, um uns zu treffen. Das schätzen wir sehr und die große Zuneigung rührt uns. Umso wertvoller waren die vielen guten Gespräche, die Zeit miteinander wurde noch kostbarer, die Nichtigkeiten wertlos. Wir ließen unsere Herzen sprechen und entließen alle am Ende wieder mit guten Gefühl in den Alltag. Meine Freundin brachte mir eine Geschichte mit, die mich noch immer beschäftigt, da sie den Kern der Sache ohne Umschweife trifft. Diese Geschichte möchte ich Euch heute weiterschenken, eine Gastgeschichte in meinem Blog, doch ich erkenne mich darin wieder. Du Dich auch? "Eines Tages stellte sich ein junger Mann in die Mitte des Ortes und verkündete, er habe das schönste Herz im ganzen Tal. Eine große Menge versammelte sich um ihn, und alle bewun...

Schule, zweiter Teil

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E s pfeift, nein es trillert. Schrill und laut. „Mama! Der meint Dich!“ Oh, hoppla. Erschrocken steige ich auf die Bremse und komme abrupt neben der Uniform mitten auf der Straße zum Stehen. Eine spanische Uniform, Policia local. Sehr schick, ehrlich gesagt, und der unglaublich schnell auf mich einsprechende zugehörige Polizist ist auf den zweiten Blick auch sehr schnuckelig. Ich checke in Gedanken kurz mein Aussehen und bin heilfroh, dass ich wenigstens die Sonnenbrille aufgesetzt und Zähne geputzt habe. Ich stutze. Der spanische Wortschwall ist verstummt und der Schnuffi in Uniform schaut mich erwartungsvoll, aber auch sehr bestimmt an. Ich versuche mich zu sammeln – was hat er gesagt? Irgendwas mit Einbahnstraße. Ich werfe einen Blick auf die mir entgegen schwappende Welle an Automobilen jeglicher Art inklusive der im Sekundentakt heran rollenden Schulbusse und verstehe. „Vale, gracias!“ flöte ich der Uniform zu und lege den Rückwärtsgang ein. Morgens vor Schulbeginn fah...

Leckereien!

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Ihr Lieben!   HEUTE!  Geht es weiter mit unseren „ Mediterranen Rezept – Welten “ Meine Tochter kredenzt einen echten Klassiker für Euch! Lasst es Euch schmecken! Rezept Tortilla ! Für zwei Portionen benötigt ihr: - 500 g Kartoffeln - 4 Eier - 150 ml Olivenöl - 1 mittelgroße Zwiebel (ca. 150g) - etwas Salz   - 1 große beschichtete Pfanne und 2 mittlere beschichtete Pfannen (insgesamt 3) Arbeitszeit: ca. 20 Minuten Ruhezeit: ca. 1 Stunde und 30 Minuten Kochzeit: ca. 25 Minuten Schwierigkeitsgrad: medium Let’s go! Schält die Kartoffeln, schneidet sie in ungefähr 1cm kleine Würfel und salzt sie etwas. Danach die Kartoffeln in eine Pfanne geben und in Olivenöl, bis zur Hälfte bedeckt, baden lassen. Kurz aufkochen und dann auf mittlerer Hitze ca. 15 Minuten die Kartoffeln garen. Währenddessen die Zwiebel fein hacken und in einer mittelgroßen Pfanne, ihr solltet noch eine in di...

Die Flut

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Dies ist ein trauriger Post. Du musst ihn nicht lesen, aber ich möchte ihn schreiben. ************* Wir waren fröhlich, wir waren ausgelassen.  Wir machten Späße, waren gemütlich zusammen essen. Der Strom fiel aus, alle hatten die Handybeleuchtung an – ein Hoch auf die Technik. Wir genossen den Tag, den Abend, bestaunten das Naturschauspiel. Wir hatten ein wenig Angst, doch nicht so sehr, hatten viel Respekt vor der Gewalt des Wassers, der Blitze, des Donners.  Er ließ die Fensterscheiben klirren, die Wände erzittern. Wir bewunderten seine Kraft. Wir fuhren nach Hause, spät erst, es war schon dunkel. Vielleicht schon zu spät, denn am nächsten Tag war Schule. Das Wasser stand auf der Straße, knöcheltief oder mehr. Es spritze meterhoch, wie lustig, dann hatten wir Wasser im Auto. Einige Zentimeter, wir lachten uns schlapp,  so etwas war uns noch nie passiert. Vor dem Haus zogen wir die Schuhe aus,  um durch den See ins Hau...

„Schule, erster Teil“

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„ I don't take coffee, I take tea, my dear...“ Schon nach den ersten zwei Takten erkennt jeder das Lied und ich muss lächeln. Aus den riesigen Lautsprechern schallt über den Schulhof und die gesamte Nachbarsiedlung in Hörweite der spanischen Grundschule der Klassiker von Sting. Neun Uhr morgens, die Schule beginnt! Ich entlasse meinen Sohn mit dem obligatorischen Kreuzchen auf der Stirn und Küsschen auf seinen Weg über den ringsum mit einem hohen Maschendraht eingezäunten, hell betonierten und mit zwei Fußballfeldern ausgestatteten Schulhof. Ich sehe ihm mit gemischten Gefühlen nach, zum Glück gab es keine Tränen heute. Er wird langsam kleiner, zwischendurch stoppt er kurz, um einigen Jungen aus seiner Klasse beim Fangen spielen zuzusehen. Ich recke mich vor dem Zaun, um zu schauen, ob er sich mit ihnen unterhält, da dreht er sich noch einmal kurz um und winkt mir zu - dann ist er um die Ecke des Gebäudes verschwunden. „ Oh, I'm an alien, I'm a legal al...