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Hin- oder Rückflug?

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„ Einen wunderschönen guten Morgen, meine Damen und Herren! Ich begrüße Sie herzlich auf Ihrem Rückflug von Palma de Mallorca nach Nürnberg...“ „Bei uns ist es diesmal der Hinflug...lustig!“ raune ich meiner Tochter leise ins Ohr. Ich lehne mich entspannt zurück und wir warten auf die Starterlaubnis. Weihnachtsferien. Zwei Wochen Deutschland. Wie es wohl wird? Die vergangenen Tage standen auch hier auf der Insel ganz im Zeichen der bevorstehenden Festtage.  Die Kinder bekamen ihre ersten Zeugnisse und ihre guten Zensuren machten uns wirklich sprachlos, das hatten wir ihnen in diesem Ausmaß nicht zugetraut! In der Schule pflegte man in den Tagen vor Weihnachten mit viel Herz die üblichen Traditionen: Ensaimadas backen mit den Kleinen aus der Vorschule. Weihnachtssingen der Schulkinder in den örtlichen Kirchen.  Und NATÜRLICH nicht zu vergessen: ausgiebiges „Chocolate“- Essen! Diese Köstlichkeit ist vergleichbar mit dem deutschen Glühwein und Christstollen. ...

„Was machen Frauen morgens um halb vier?“

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Das ist eine absolut berechtigte Frage! Denn tatsächlich bin auch ich eine derjenigen Nachteulen, die auch ohne Hilfe eines Weckers, Kindes, Ehemannes, betrunkenen Nachbarn, Unwetters etc. morgens um halb vier wach sind. Einfach so. Ohne besonderen Grund. Da schreibt man dann in Ruhe ein paar emails oder klingelt per WhatsApp seine Freunde aus dem Schlaf, daddelt ein bisschen auf bild.de, plündert den Kühlschrank, liest ein gutes Buch zu Ende – nur keinen Thriller, da bekomme ich Schnappatmung. Ich habe allerdings mit Erstaunen festgestellt, dass ich diese Phasen hier weitgehend abgelegt habe und die Nächte durchaus zum Schlafen nutze. In den ersten Wochen im Häuschen war mein Schlaf sogar dermaßen komatös, dass mein Mann seine ausgiebige Mückenjagd in unserem Schlafzimmer in voller Festtagsbeleuchtung und mit gehörigem Lärmpegel veranstalten konnte, ohne dass ich davon etwas mitbekommen habe. Tja, offensichtlich hatte ich Schlafmangel. Nachdem ich inzwischen wohl einigerma...

"Kopfsache"

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„ Zwei Minuten sitzen, denken!“ Um seiner herzlichen Aufforderung Nachdruck zu verleihen, macht der nette Herr in Weiß neben seiner Stirn eine kreisende Bewegung mit dem Zeigefinger. Ich wechsle grinsend einen Blick mit meinem Sohn an meiner Seite und so setzen wir uns und denken. Es ist der 2. Advent. „Es ist schön hier“ bemerkt mein Sohn und sieht sich die kleine Kirche ganz genau an. Wir waren bereits am vergangenen Sonntag hier, um dem allwöchentlichen „deutschsprachigen“ Gottesdienst beizuwohnen und weil es unseren Kindern gut gefallen hat, kommen wir gerne wieder. Die Uhrzeit ist christlich, er beginnt um 10 Uhr und dauert etwa eine halbe Stunde. Für die Spanier allerdings wohl noch zu früh, sie gehen erst um halb zwölf zur Messe. Das Gotteshaus ist eher ein Gemeindesaal, lichtdurchflutet, mit Holzbänken und einem etwas erhöhten Altar in der Mitte des Raumes. Darüber schwebt ein großes Metallkreuz und in den Ecken rechts und links wurden diverse Heiligenfiguren drapiert. Eine...

"Weihnachtet es sehr?"

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Ich sehe doppelt. Etwas ratlos betrachte ich mein zweifaches Spiegelbild vor mir. „Du musst dich umdrehen!“ Ach ja, klar. In Deutschland mache ich beim Friseur nichts selbst, nicht mal das „Spiegel Halten“ um mich von hinten zu sehen. Tja, auch das war ein Besuch voller Überraschungen. Ich brauchte Farbe, dringend. Aufs Haar. In Deutschland im Allgemeinen als „Strähnchen“ bezeichnet, versehen mit einer Riesenauswahl an Varianten: Dunkelblond, aschblond, rotblond, goldblond, mittelblond...der erste Besuch bei einem neuen Friseur beginnt dort erst einmal mit 20 Minuten Farbe aussuchen aus einem reichhaltigen Aufgebot an schweren Ordnern voller Farbmuster. Deshalb bin ich heilfroh, wenn die richtige Strähne endlich gefunden ist und fein säuberlich in meiner Kartei vermerkt. „Aufgelistet“ quasi, wie beruhigend. Es kam also auch hier der Tag, an dem eine frische Kolorierung meiner Haarpracht unvermeidlich war. So machte ich mich auf, einen adäquaten Friseur zu finden und st...

"Tanz der Teufel"

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Schnatterschnatter. Es ist heiß und stickig, mal wieder. Und laut. ABER ich schlaues Mäuschen habe ja dazu gelernt und fächle und lächle. Dass mein uralter Fächer nach 30 Jahren tatsächlich mal zum Einsatz kommt, hatte ich wirklich nicht erwartet! Ich drehe ihn allerdings lieber auf „links“, das Motiv vom kitschigen Sonnenuntergang mit zwei sich küssenden Schatten davor muss ja nicht jeder sehen. Mein Mann und ich sitzen im Klassenzimmer unserer Tochter mittig hinten an der Wand und lassen die Szenerie mal wieder staunend auf uns wirken. Alles fächelt sich Luft zu, denn Klimaanlagen sind hier nicht wirklich populär, zumindest nicht bei den Spaniern. Alles quatscht wie immer wild durcheinander, es ist brechend voll, aber immer noch strömen Papas, Mamas, Omas, Kinder, Geschwister, Lehrer und alle, die sonst nix zu tun haben in den kleinen Saal. Vorne vor der Tafel ist bereits der obligatorische Beamer mit Leinwand aufgebaut und die erste Folie beginnt in Katalan. Super...

"Das schönste Herz"

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Im letzten Monat hatten wir Besuch, viel sogar. Vergangene Woche vielleicht etwas viel auf einmal, denn wir konnten wahrscheinlich nicht allen gerecht werden, die zu uns auf die Insel geflogen kamen, den Weg auf sich nahmen, um uns zu treffen. Das schätzen wir sehr und die große Zuneigung rührt uns. Umso wertvoller waren die vielen guten Gespräche, die Zeit miteinander wurde noch kostbarer, die Nichtigkeiten wertlos. Wir ließen unsere Herzen sprechen und entließen alle am Ende wieder mit guten Gefühl in den Alltag. Meine Freundin brachte mir eine Geschichte mit, die mich noch immer beschäftigt, da sie den Kern der Sache ohne Umschweife trifft. Diese Geschichte möchte ich Euch heute weiterschenken, eine Gastgeschichte in meinem Blog, doch ich erkenne mich darin wieder. Du Dich auch? "Eines Tages stellte sich ein junger Mann in die Mitte des Ortes und verkündete, er habe das schönste Herz im ganzen Tal. Eine große Menge versammelte sich um ihn, und alle bewun...

Schule, zweiter Teil

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E s pfeift, nein es trillert. Schrill und laut. „Mama! Der meint Dich!“ Oh, hoppla. Erschrocken steige ich auf die Bremse und komme abrupt neben der Uniform mitten auf der Straße zum Stehen. Eine spanische Uniform, Policia local. Sehr schick, ehrlich gesagt, und der unglaublich schnell auf mich einsprechende zugehörige Polizist ist auf den zweiten Blick auch sehr schnuckelig. Ich checke in Gedanken kurz mein Aussehen und bin heilfroh, dass ich wenigstens die Sonnenbrille aufgesetzt und Zähne geputzt habe. Ich stutze. Der spanische Wortschwall ist verstummt und der Schnuffi in Uniform schaut mich erwartungsvoll, aber auch sehr bestimmt an. Ich versuche mich zu sammeln – was hat er gesagt? Irgendwas mit Einbahnstraße. Ich werfe einen Blick auf die mir entgegen schwappende Welle an Automobilen jeglicher Art inklusive der im Sekundentakt heran rollenden Schulbusse und verstehe. „Vale, gracias!“ flöte ich der Uniform zu und lege den Rückwärtsgang ein. Morgens vor Schulbeginn fah...